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Zeuge der urtümlichen Schönheit

Bruder Rajmund Kupareo, getauft Luka, auf Kastilisch fray Raimundo Lucas Kupareo Beritic, auf Lateinisch frater Raymundus Kupareo, O.P. (* 16. November 1914 in Vrboska, Insel Hvar; † 6. Juni 1996, Zagreb) war ein gelehrter kroatischer Dichter, römisch-katholischer Priester, Ordensmann und Theologe, Humanist, exilkroatischer Philosoph, Ästhetiker, Schriftsteller, Dramatiker, Komponist und Emeritus der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile.


2014-09-28-02

Kuzma Kovačić, Büste Rajmund Kupareos (2014); ein Denkmal vor der Festungskirche Unser Lieben Frau von Gnade in Vrboska.

Lebenslauf


Kupareo entstammte einer Adelsfamilie und bildete sich zuerst in Makarska, Hvar, Jelsa, Bol und Dubrovnik. Danach studierte er:

Am 30. September 1930 trat er in Dubrovnik in den Dominikanerorden (Predigerbrüder) ein.

Am 31. Oktober 1937 empfing Kupareo die Priesterweihe in Split.

Im Zweiten Weltkrieg war Kupareo Chefredakteur der Gospina krunica (Marien Rosenkranz), einer Monatszeitschrift in Zagreb. Er war auch Leiter des Dominikanischen Verlags Istina (Wahrheit), die eine Übersetzung der Geschichte einer Seele der Hl. Therese von Lisieux und Razmišljanja o krunici (Meditationen über den Rosenkranz), ein Buch von Aloisius Stepinac, Erzbischof von Zagreb, veröffentlicht hat.

Die Ankunft der kommunistischen Truppen im Frühjahr 1945 behinderte sein Projekt alle Predigten und Reden von Stepinac aus der Zeit von 1934-1944 herauszugeben, in denen der Erzbischof Rassismus und Intoleranz aufs Schärfste verurteilt und Recht des kroatischen Volkes auf eigenen Staat hervorgehoben hatte. Nach der Besatzung Zagrebs, haben die Partisanen die gesamte Auflage von 10.000 Büchern in der Druckerei vernichtet. Nur eine Kopie konnte gerettet werden, die Stepinac später im gegen ihn geführten Schauprozess verwendet hat, um zu zeigen, dass es in Titos Jugoslawien keine Pressefreiheit gab.

Zwei Monate, nachdem Stepinac zu 16 Jahren Haft verurteilt worden ist, war Kupareo gezwungen, Kroatien am 2. Januar 1947 zu verlassen. Seine Heimat sah er erst am 10. Juni 1971 wieder. Kupareo nahm Zuflucht in der Tschechoslowakei und in den Niederlanden, lebte in Frankreich und Spanien. Im Jahre 1950 fand dieser politische Flüchtling letztendlich seinen Platz an den Hängen der Anden in Chile. Er verbrachte die produktivsten Jahre seines Lebens als Professor für Ästhetik und Axiologie in Santiago; zweimal war er Dekan der Fakultät für Philosophie und hatte auch das Amt des Vizerektors der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile inne. Er war der Gründer des Instituts für Ästhetik und der Schule für Journalismus in Santiago sowie Initiator und Herausgeber mehrerer Publikationen (El mundo católico, Aisthesis und Anales de la Facultad de filosofia y ciencias de la educación). Als offizieller Vertreter seiner Universität reiste er durch Nord-, Mittel- und Südamerika, Europa und den Nahen Osten.

Ein Schlaganfall traf ihn am 14. Mai 1970 und zwang ihn, sich zurückzuziehen. 1971 kehrte er in seine Heimat zurück um zu sterben, konnte sich aber bis zu einem gewissen Grad erholen und führte ein zurückgezogenes und einfaches Leben im Dominikanerkloster in Zagreb. Trotz seines schwachen Zustands setzte er seine literarische und wissenschaftliche Arbeit fort. Im Jahr 1985 wurde er Mitglied der Academia chileana de la lengua des Instituto de Chile, der chilenischen Akademie für Wissenschaften und Künste. Nach dem demokratischen Wandel in Kroatien wurde er schließlich Mitglied des Kroatischen Schriftstellerverbandes. Noch davor war er auch Mitglied der Matica hrvatska und der Amerikanischen Gesellschaft für Ästhetik. Einige der höchsten kroatischen und chilenischen Auszeichnungen wurden ihm gegen Ende seines Lebens und posthum verliehen. Er ist Träger des Ordens des kroatischen Morgensterns mit dem Bildnis des Marko Marulić, mit dem ihn der kroatische Präsident Franjo Tudjman am 30. April 1996 für besondere Verdienste im Bereich der Kultur ausgezeichnet hat.[1] Im selben Jahr wurde ihm auch die kroatische Staatsauszeichnung Vladimir Nazor für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Literatur verliehen.[2]

Bruder Rajmund wurde auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb (RKT, 27-I-188) beigesetzt.[3]


Schriftsteller


Zu Lebzeiten veröffentlichte Rajmund Kupareo 25 verschiedene Bücher: neun Bände der Ästhetik (auf Lateinisch, Kastilisch und Kroatisch) und 14 Bücher mit Gedichten, Romanen, Kurzgeschichten und Theaterstücken (auf Kroatisch, Tschechisch und Kastilisch).


Ästhetiker


Die Sammlung seiner Abhandlungen über die Ästhetik umfasst:

* Ars et moralis (Die Kunst und Moral, Santiago de Chile, 1951),

* El valor del arte: Axiología estética (Der Wert der Kunst: ästhetische Axiologie, Santiago, 1964),

* Creationes humanas 1. La Poesía (Menschliche Schöpfungen 1. Die Dichtung, Santiago, 1965),

* Creationes humanas 2. El Drama (Menschliche Schöpfungen 2. Das Drama, Santiago, 1966),

* Evolucion de las formas novelescas (Die Evolution der Erzählformen, Santiago, 1967),

* El tiempo y el espacio novelescos (Zeit und Erzählraum, Santiago, 1968),

* Umjetnik i zagonetka života (Der Künstler und das Rätsel des Lebens, Zagreb, 1982),

* Govor umjetnosti (Sprache der Kunst, Zagreb, 1987) ,

* Čovjek i umjetnost (Der Mann und die Kunst, Zagreb, 1993) und

* Um i umjetnost (Vernunft und Kunst, Zagreb, 2007).

Alle seine Studien über die Ästhetik sind nicht in diesen Büchern enthalten, sondern blieben einige nur in Zeitschriften.[4]

Er schrieb über das Wesen des künstlerischen Schaffens und er versucht, die scholastische, insbesondere thomistischen Lernens über die Schönheit mit modernen ästhetischen Lehren zu harmonisieren. Bei der Ausarbeitung der Ästhetik als ethisches System zur Verbesserung der Wahrnehmung, sucht er ästhetische Maß, Geschmack und Ausgewogenheit herzustellen. Er gründete seinen axiologischen Realismus auf den ontologischen Realismus, wonach „es gibt kein Wesen ohne Wert aller Wesen“. So hält er dass die subjektive ästhetische Erfahrung, die von der Ebene der Kultur der Wahrnehmung und Urteil konditioniert wird, vernichtet nicht den objektiven Wert eines Werkes. Im Hinblick auf die Beziehung zwischen Kunst und Moral, und zwischen Kunst und Religion, betont er die Selbständigkeit eines Kunstwerks und, Einspruch gegen Ästhetizismus, Lartpourlartism und Moralismus, er definiert Kunst als „die Verkörperung der menschlichen Ideen im speziellen Symbol“ und einer der landschaftlich schönsten und edelsten Manifestationen des menschlichen Geistes.[5]

Außer Studien zur Ästhetik und Literaturbesprechung schrieb Kupareo: Drama der menschlichen Liebe (über Bertolt Brecht, 1976), Teufel in den Werken von F. M. Dostojewski (1977), Vertreter der Religionen in den Werken von Ivo Andrić (1978), Ironie im Dienste des Menschen (über Meša Selimović, 1979).

Einige seiner Beiträge sind auch online verfügbar:

* Dramatologia, Aisthesis: Revista chilena de investigaciones estéticas (Santiago del Cile), I (1966) 1, S. 9-16.

* La dialéctica de la crítica de arte, Aisthesis, II (1967) 2, S. 111-122.

* Filosofía de la arquitectura, Aisthesis, IV (1969) 4, S. 21-32.

* La poesía desde su esencia, Aisthesis, V (1970) 5, S. 11-37.

* La educación artística, Aisthesis, VI (1971) 6, S. 13-20.

* El arte, valor humano por excelencia, Aisthesis, VII (1972) 7, S. 37-43.

* La armonía musical y la armonía humana, Aisthesis, IX (1974) 8, S. 15-22.

* Osnovne crte Tomine teorije umjetnosti, Crkva u svijetu (Split), IX (1974) 2, S. 186-191.

* Estetski antropologizam, Bogoslovska smotra (Zagreb), XLIV (1974) 2-3, S. 239-246.

* Literarne primjedbe uz Tomin pojam strasti, Obnovljeni život (Zagreb), XXX (1975.) 4, S. 361-368.

* La luz, elemento esencial de la expresión pictórica, Aisthesis, XI (1976) 9, S. 11-19.

* Zagonetnost osjećaja krivnje u djelima Franza Kafke, Bogoslovska smotra, XLVI (1976) 3, S. 269-275.

* Drama ljudske ljubavi. Bertold Brecht, Obnovljeni život, XXXI (1976) 5, S. 458-468.

* La muerte del arte, Aisthesis, XII (1977) 10, S. 9-11.

* Vrag u djelima F. M. Dostojevskog, Obnovljeni život, XXXII (1977) 5, S. 433-443.

* La Pintura y el ballet, Aisthesis, XIII (1978) 11, S. 9-13.

* Predstavnici religija u djelima Ive Andrića, Obnovljeni život, XXXIII (1978) 4, S. 300-312.

* La belleza natural, Aisthesis, (1979) 12, S.13-17.

* Ironija u službi čovjeka : Premišljanja uz čitanje „Sabranih djela“ Meše Selimovića, Obnovljeni život, XXXIV (1979) 3, S. 255-270.

* El imaginismo, Aisthesis, (1980-1981) 13, S. 11-14.

* Apersonalidad del arte, Aisthesis, (1982) 14, S. 9-10.

* Algunas reflexiones sobre la artesanía y el arte, Aisthesis, (1983) 15, S. 9-12.

* La belleza y el arte, Aisthesis, (1995) 28, S. 9-15.


Dramatiker


Zu seinen Werken zählen auch zwei Kinderspiele – Magnificat und Sliepo srdce (Das blinde Herz, Zagreb, 1944) und drei heiligen DarstellungenMuka Kristova (Passion Christi: heiliges Gedicht der fünf Geheimnisse, Madrid, 1948), Uskrsnuće (Die Auferstehung, 1983) und Porođenje (Die Geburt Christi, 1984) – die letzten drei Werke wurden unter dem Titel Prebivao je medju nama (Er lebte unter uns, Zagreb, 1985) zusammen veröffentlicht.


Prosaist


Seine Prosawerke sind: U Morskoj kući (Im Meereshaus: Ein Roman über das moderne Leben, 1939), Jedinac (Der einzige Sohn, 1942), Baraban (Ein Roman von der Insel Hvar, 1943), Sunovrati (Narcissus, 1960), Balada iz Magallanesa (Die Ballade von Magallanes, 1978), Čežnja za zavičajem (Sehnsucht nach der Heimat, 1989), Patka priča (Erzählungen von einer Ente: Erinnerungen eines Immigranten, 1994) und Izabrana djela (Ausgewählte Werke, 2005). Alle seine Erzählungen haben ihren Ursprung in der Realität, in wahrhaften Begebenheiten, und sie werden zu Erlebnissen, die ihm zur Einsicht in ein menschliches Problem dienten. Als solche enthalten sie auch autobiographische Elemente.

* Božić u srcu ljeta, Kurzgeschichte Weihnachten im Hochsommer, 1941

* Božićna idila, Kurzgeschichte Weihnachtsidylle, 1984


Dichter


Seine Dichtung ist in der Anthologie Svjetloznak (Lichtzeichen) 1994 gesammelt. Nach seinem Tod wurden zwei weitere Gedichte in Manuskriptform gefunden und am 6. Juni 1998 in der Tageszeitung Vjesnik veröffentlicht.[6] In Svjetloznak gibt es 258 Gedichte zu verschiedenen Themen – von Gedichten, die von seiner geliebten Heimat und Landschaftsbilder inspiriert sind, über die Geburt Christi, Weihnachtsgedichte, fastenzeitliche Elegien, Osterhymnen, Gedichte in der Nachfolge von Jesus und Maria bis hin zu hebräischen Psalmen.[7] In Kupareos Poesie ist Jesus immer dem Menschen nah, ohne dabei je den Gott in sich aufzugeben; immer Er bleibt Gott, genau wie der gekreuzigte Christus in den Fresken von Fra Angelico. Bruder Rajmund verbleibt der dominikanischen Tradition treu, die den Dichter aus Nazareth immer in Form von Gott (sub specie Dei) betrachtet hat.[8]

In der kroatischen Literatur ist Kupareo als Dichter, der Weihnachten und Karfreitag besingt, unübertrefflich, ebenso als Dichter eines stillen und unaufdringlichen, aber eisernen Patriotismus. Stark inspiriert vom Christentum war er in seinem unerschütterlichen Glauben ein Mann, den auch die tiefe Liebe zu seiner Heimat und die Suche nach sich selbst kennzeichnete.[9] Seine Gedichte werden zunächst auf Deutsch veröffentlicht im Buch Ich möchte Mauern durchschreiten. Gebete osteuropäischer Christen, Hrsg. Rudolf Bohren, Freiburg im Breisgau : Herder, 1985.

* Kupareov psaltir, Kupareos Psalter,

* Kupareove božićnice, Kupareos Weihnachtsliedern,

* Kupareove korizmenice, Kupareos Fastenzeitelegien,

* Kupareove uskrsnice, Kupareos Osterhymnen,

* Kupareove Pjesme o Isusu, Kupareos Jesusnachfolgegedichte,

* Kupareovi marijanski hvalospjevi, Kupareos Marianische Hymnen,

* Kupareove blagoslovnice, Kupareos Segen,

* Kupareove krajoliknice, Kupareos Liedern zu Wasser und zu Lande,

* Kupareove budnice, Kupareos Vaterlandsliebelyrik,

* Kupareove prisnice, Kupareos Intimate Poesie,

* Kupareove prisjetnice, Kupareos Portraits und Erinnerungen,

* Kupareove čekalice, Aus Kupareos Gedichteverwahrung.

Einige seiner Gedichte wurden ins Deutsch (siehe unten), Englisch, Italienisch, Kastilisch, Tschechisch, Slowakisch und Ukrainisch übersetzt.


Kupareos Gedichte ins Deutsche


Geistliches Tryphtychon


Du bist der Sturmwind,

doch du lässt zu, dass die Pfingstrosen

des Herzens dir trotzen.

 

Du bist Wasser

aber hast noch nie

das Feuerwerk des Verstandes gelöscht.

 

Du entfachst aus karger Rute

das Feuer der Entsagung,

damit auf einen Glut des Herzens

Mais aufblühe.

 

Du bist die Liebe

von der die Horizonte der Gedenken sich röten,

ohne die die Kreatur verstummt;

denn sie ist der ursprüngliche Schöpfer

des Wortes.

 

Du bist Freiheit.

Nie weiß man, wo du erscheinen wirst.

Alle Länder der Erde sind dir vertraut.

Mach, dass aus den Menschenherzen

Tauben fliegen.

 

Rajmund Kupareo, Duhovski triptih (1972), übertragt von Rudolf Bohren.


Gebet für unsere Flüsse


Von Wasser umgeben erstreckt sich unser Haus

unter dem schönsten Himmel entlang den Flussufern.

Oh, gib, dass die vom Brot angelockten Ratten

nicht die Kanten dieses alten Rahmens anfressen!

 

Dass die Weiden ihre schwarze Trauer abwerfen

und aus ihren Ruten Schalmeien werden;

auf dass der Frühling das Tote im Eichenwald belebe

und Lieder am Ufer der Sava erklingen!

 

Rajmund Kupareo, Molitva za naše rijeke (1948), übertragt von Rudolf Bohren.


Hl. Dominikus


Sternschnuppenjahre über deinen Grabe,

siebenmal hundert wie im Flug vergangen,

goldene Inschrift sternenmeerumfangen,

Anruf und Gabe.

 

Heute wie damals spiegelst du uns wieder

auf deinem Antlitz Gottes lichte Klarheit,

immer noch weisen deine Sternenlieder

Wege zur Wahrheit.

 

Wahrheit, die heller strahlt als hudert Sonnen,

Tiefe der Liebe haben wir erfahren,

Fackel, die leuchtet noch nach soviel Jahren:

Wir sind gewonnen.

 

Kelch, den gefuullten, hast du uns gegeben,

Trost, der dem Herzen Christi reich entflossen.

In deinen Frieden sind wir eingeschlossen:

Siehe, wir leben.

 

In die Gemeinschaft deines Ordens lenken

Brüder und Schwestern heut noch ihre Schritte;

so lebt noch immer hier in unsrer Mitte

dein Angedenken.

 

Mit deiner Freundschaft ebne uns die Pfade,

schenk deinen Atem unsern Pilgerstraßen,

laß uns nach Wahrheit hungern ohne Maßen,

Anwalt der Gnade.

 

In deinen Spuren Paradieses Strände

einst zu erleben, wenn der Stieg errungen –

Gott, dem Dreieinen sei dann Lob gesungen:

Fest ohne Ende.

 

Rajmund Kupareo, Himna svetom Dominiku (1934), übertragt von Diethard Zils


Psalm VII


Spiritus tuus bonus deducat me in terram rectam

… dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad (Ps. 143, 1ob).

 

Der Herr hat unser Herz vermessen,

auf der Waagschale seiner Hände unsern Schmerz gewogen:

Schwerer wog unser Leid als die Bosheit der Gewalttäter,

und unsere Geduld war schwerer als die Wut der Henker.

 

Wir sind ein reißender Strom:

wundert euch nicht, wenn die Wehre der Vernunft überschwemmen!

Wir sind ausgelassene Lämmer:

nehmt es uns nicht übel, wenn wir die Zäune des Herzens überspringen.

 

Sieh das Meer, wie es sich neugierig reckt,

um unser Boot in der Ferne zu sehen!

Sieh, wie die Felder sich aufschwingen längs der Geleise,

um unsern Zug zu erspähen!

 

Der Herr kommt wie ein Hirt mit uns zurück,

die Hirtenflöte an seinen Lippen.

Da kam ihm ein weinendes Kind entgegengelaufen,

als alleingelassenes Kind, dem sie das Lachen genommen.

Der Herr schenkte seine Flöte dem Kind,

die Flöte, die die Vögel herbeilockt.

 

Da lächelte zum ersten Mal das verwaiste Kind:

unser Land.

 

Rajmund Kupareo, Psalam VII. (1948), übertragt von Diethard Zils


[1] Odluka o odlikovanju fr. prof. dr. Rajmunda Kuparea Redom Danice hrvatske s likom Marka Marulića, Narodne novine, Narodne novine (Zagreb), CLVIII (1996.) 37 / 10. Mai, S. 1415.

[2] Rajmund Kupareo, Hrvatska enciklopedija, Band 6, Zagreb, 2004.

[3] Gradska groblja Zagreb

[4] Problem „masovnog“ umjetničkog stvaranja, Hrvatska revija, XII (1962) 3, S. 241-243; Problemi filmologije, Hrvatska revija, XIII (1963) 4, S. 531-543; Kardinal Stepinac u likovnom izražaju hrvatskih umjetnika, Stepinac mu je ime, Band II, Barcelona, 1980, S. 361-365, und Zagreb, 1991, S. 361-365; Stvaratelji prostora, Marulić (Zagreb), XIX (1986) 1, S. 6-11; Neka zapažanja Tina Ujevića o ljepoti i umjetnosti, Hrvatska revija (Zagreb), XLI (1991) 3-4, S. 399-403; Uz rođendanski jubilej Ive Andrića (1892.-1992.), Hrvatska revija, XLII (1992) 1, S. 151-153; Korabljica 1., Zagreb, 1993, S. 60-63; Bilješke o umjetnosti, umjetnicima i umijeću, Marulić, XXV (1992) 4, S. 420-423; Struktura drame, Hrvatska revija, XLIII (1993) 2-3, 231-234 [über Ranko Marinković].

[5] Marko Kovačević, Rajmund Kupareo, Hrvatski biografski leksikon, Band 8, Zagreb, 2013, S. 410

[6] Pantha rhei und Non omnis moriar: Posljednje pjesme Rajmunda Kuparea, Vjesnik (Zagreb), LIX (1998) 18.179 / 6. VI., S. 20.

[7] Ana Diklić, Pjesnik moderne tradicije, Kolo (Zagreb), CLII (1994) 9-10, S. 942-944.

[8] Vgl. Vijenac (Zagreb), II (1994) 24 / 24. XI., S. 12; Vjesnik Hrvatske dominikanske provincije (Zagreb), XXXIII (1996) 78-79, S. 37-45.

[9] Željko Kliment, in: Moderna vremena (Zagreb), I (1995) 1, S. 16.

mr. Petar Marija Radelj

mr. Petar Marija Radelj

Teolog, arhivist, prevoditelj i urednik knjiga.
mr. Petar Marija Radelj

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